basic philosophy nach Schopenhauer

Schopenhauer-Einleitung in die Philosophie 3

Fortsetzung Einleitung in die Philosophie von Schopenhauer, aus dem Nachlass:

Zum Seelenbegriff - Es ist viel von Seele die Rede in diesem Forum, aber kaum eine Begriffsbestimmung. Da meine Gedanken interessieren, habe ich viel Kommentar beigefügt.

Aus der Pythagorischen Schule ist in Sizilien (im Altertum Magna Graecia) später Empedokles hervorgegangen, der in dann in den Vulkan fiel. Nur die Sandale blieb angeblich übrig:-). Wir wissen allgemein nur wenig, nur soviel:

Der pythag. Ursprung gibt sich kund aus der Lehre der Seelenwanderung und an dem in allen Dingen lebenden nämlichen Wesen [?], wie auch am Verbot tierischer Nahrung.

Auch hat er deutlich das Emanationssystem gelehrt [wie Plotin], einen sündlichen Abfall aus einem besseren Dasein ins gegenwärtige, aus welchem nach überstandener Strafe und Läuterung die Seele zum besseren Dasein zurückkehrt.

Seneca: Das ist der Kern vieler esoterischer Lehren und Sekten bis heute. Das Dasein ist durch die Sünde [Selbstverschulden] der Menschen anstrengend und elendig, und am Ende wartet der Tod, der nicht als natürlich akzeptiert wird. Man nimmt an, dass ursprünglich ein paradiesischer Zustand, ein goldene Zeitalter war. Nach Plotin ist nur schon die Materie ein unreiner Ausfluss aus dem Hen (das Eine). Durch die "richtige" Lehre, die nur Eingeweihten verschiedener Grade offen steht, und die richtige Lebensführung (Askese/Vegetarismus) kann man sich quasi selber erlösen.

Den Empedokles sehen wir schon nicht bloss auf dem objektiven Weg philosophieren, wie die früheren Natur-Philosophen, sondern auch den subjektiven betreten und Untersuchungen über den Ursprung der (richtigen) Erkenntnis anstellen, die sinnliche von der vernünftigen (Denken) unterscheiden und fragen, welcher zu trauen ist? Dann entscheiden: der vernünftigen, nicht den Sinnen. Vlt. war Anaxagoras vor ihm und die phainomenai den noumenoi (Begriffe) entgegen setzte. Seneca: hier haben wir den Gegensatz zwischen Realismus und Idealismus bzw. Rationalismus.

Diese Unterscheidung brachte Empedokles dahin, eine sinnliche Seele (anima sensitiva) und eine vernünftige Seele (anima rationalis od animus bei den Römern) im Menschen anzunehmen. Letztere sei Teil der ewigen Weltseele, welche auch logos bezeichnet wird, während die anima sensitiva Teil der Materie sei (und damit niedriger, muss man ergänzen). Hier sehen wir die Enstehung eines zweifachen Dualismus, den zwischen Materie und Seele/Vernunft/Geist. Letztere kann kollektiv (Geist, Vernunft) als auch individuell (Verstand), sterblich oder unsterblich (Seele) sein. Nach Hegel soll in der Geschichte der Weltgeist wirken. Dieser hinausgesetzte Geist (S. logos, das "Wort" im Johannesevang. wird dann auch als "Gott" (Ursprung) bezeichnet. Diese Vorstellungen sind immer nur abgespaltene Teile unserer Person ist (Feuerbach).

Habe diese Seelengeschichte gegenüber Schopenhauer ausgeweitet. Beim Begriff Seele / Geist herrscht viel Unklarheit, und die Diskutanten sind sich der Probleme nicht bewusst.

Jene zwei Seelen (anima sensitiva bzw. rationalis) und diesen Dualismus finden wir noch beim Cartesius (Descartes), bei dem die vernünftige Seele, die aus lauter abstrakten Gedanken [das wären die noumenoi] und überlegten Beschlüssen [die Vernunft] besteht, Geist und unsterblich ist, hingegen das anschauende und empfindende (sensitive) Wesen, Materie, Maschine (Lamettrie), wozu er (Descartes) auch die Tiere (als Automaten) rechnet - Tiere haben angeblich keine unsterbliche Seele, was sie nach herkömmlichem Dogma von den Menschen unterscheidet. Sie können ja auch nicht so böse sein wie diese, dass sie auf ewig bestraft werden sollten. Es scheint, dass diese Unterscheidung zweier Seelen und jener Dualismus seit dem Empedokles bis auf den Cartesius nie ganz ausser Kredit gekommen ist, sondern erst seit Kant (weshalb könnte ich jetzt nicht sagen).

Seneca: Die Dreiteilung Körper, Geist, Seele geistert noch heute in den Menschen herum, wobei sowohl der Geist, als auch die Seele z.T. als unsterblich angesehen werden, d.h. die Begriffe werden vermischt.

Mächte noch erwähnen, dass Aristoteles, obwohl er vom Islam (insb. Ibn Ruschd) als auch von der Scholastik (Thomas v.A.), als DER Philosoph vereinnahmt wurde, nicht eine unsterblich Individualseele annahm. Bei ihm ist nur die anima rationalis (der Funke der göttliche Vernunft) unsterblich, welche sich nach dem Tod ununterscheidbar wieder mit der alles umfassenden Weltvernunft (logos) vereinigt. Das könnte ich sogar bejahen.

19.6.10 16:38

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