basic philosophy nach Schopenhauer

Die condition humaine

Die Condition humaine

"La condition humaine" ist in Roman von André Malraux. Fast jeder Roman handelt von der condition humaine.

Es ist wichtig, diesen vielsagenden Begriff genau zu verstehen und zu begreifen. Condition humaine steht für die das menschliche DASEIN charakteristischen Dinge: Geburt und Tod, Ich-Bewusstsein [Selbst], Kampf, Liebe und Hass, Angst und Wahn; Hoffnung, Verzweiflung. Auch Religion gehört dazu. Das und noch anderes sind die Existenziale nach Heidegger.

Das hatte ich auf der Site eines Theologen gefunden. Mich haben die Ausführungen dieses Theologen, "der es wissen muss", beeindruckt, die ich mit Anmerkungen und Erweiterungen versehe.

Condition humaine - der gebräuchliche französische Begriff ist kurz und elegant - bedeutet kurz gefasst: «Menschliches Dasein - zur Freiheit berufen, zum Sterben bestimmt".

Zur condition humaine gehört natürlich auch das Negative und Schlechte, Krankheit und Tod; was ich als Hinfälligkeit des Menschen bezeichnen möchte. Zur condition humaine gehört für mich ebenfalls die so genannte "Sündhaftigkeit" des Menschen, d.h. was die christliche Dogmatik als solche bezeichnet. Darunter verstehe ich die moralische Hinfälligkeit des Menschen, d.h. die Möglichkeit zum Bösen und Schlechten. Dabei macht der Mensch oft einen gedanklichen Fehler: Geht es ihm schlecht, ist er z.B. arbeitslos, krank oder depressiv, sucht er die Schuld bei sich. Das ist das tief verwurzelten Ursache-Denken. Er denkt, es geht ihm schlecht, weil er im Grunde schlecht ist.
Es gibt aber keine "Erbsünde", welche durch den Glauben an einen Erlöser geheilt werden könnte, weil es keine metaphysische Verworfenheit des Menschen gibt, sondern das in den Bereich der condition humaine gehört. Die Lehre, die als Trost gemeint ist, erweist sich als Placebo.

Wörtlich heisst Condition (lat., franz., englisch) Bedingung im Sinne von conditio sine qua non (notwendige Bedingung oder Voraussetzung für etwas). Die Condiction humaine ist aber etwas anderes. Damit sind zunächst Verhältnisse, Umstände oder eben Lebensbedingungen gemeint.

Weiter bedeutet Condition humaine wie der Name sagt: Voraussetzungen, Bedingungen menschlicher Existenz; Lebensbedingungen; soziale Verhältnisse, Umstände menschlichen Lebens; Stellung, Situation, Rolle des Menschen, Verfassung und Konditionierung des Menschlichen.

Diese Beschreibungen betreffen mehrheitlich die äusseren Umstände des Menschen. Diese bedingen natürlich auch die inneren Umstände, seine Persönlichkeit, sein Selbst, seine Gestimmtheit, sein "Glaube" etc. Wir sind das Produkt aller Einflüsse von der Geburt bis heute, bis zum Jetzt. Deshalb haben wir eigentlich keine Willensfreiheit. Wir sind z.B. nicht frei, an Jesus (oder Mohammed) zu glauben oder nicht.

Nun zu Kernaussage zur condition humaine:
Jeder Mensch ist ein geschichtliches Wesen, an einem Punkt der Evolution aufgetaucht, den er nicht gewählt hat, (organisch) gebaut als ein Individuum von einzigartiger genetischer Konstitution. Und er stirbt nach einem Leben von begrenzter Dauer.

Hier meine Anmerkungen:
- Geschichtlich: kommt von geschehen, dazu gehört wesentlich die ZEIT, die unwiederbringlich verstreicht, in der das Leben verläuft.

- Evolution: Ist diese immer noch im Gang? Oder wirkt sich diese in einem Menschenalter noch aus. Es gibt auch eine „geistige" (kulturelle) Evolution individuell und kollektiv.

- Auftauchen (Emergenz): Wir werden ins Sein (Leben) geworfen, ohne gefragt zu werden.

- Individuum: Wir sind durch unsere Eltern (genetisch) aber auch durch die Umwelt (Ort; Kultur) als auch den Zeitpunkt einzigartig. Letztlich machen Zeit und Ort die Einzigartigkeit des menschlichen Seins aus.

- Begrenztes Leben: Der Tod ist unvermeidlich und nachher ist Schluss, alles andere ist Wunschdenken und ein falscher Trost, wenn man ehrlich zu sich selber ist. Der Tod gehört wesentlich zur menschlichen Existenz oder eben zur condition humaine.

Die Wurzel des religiösen Gefühls steckt meines Erachtens nicht in "Gott", was nur eine Chiffre ist für den Anfang oder das Absolute, dem man z.B. auch Alpha sagen könnte, nicht in der Offenbarung, sie steckt in seiner dramatisch-tragischen, auf ein Unbedingtes bezogene EXISTENZ.

- Religiöses Gefühl: Ich möchte dieses nicht als religiös bezeichnen, sondern als existenzialistisch. Dafür ist weder ein Gott noch eine Offenbarung (Gottes) notwendig.

- Die Existenz sei auf etwas Unbedingtes bezogen. Letztlich unbedingt und notwendig ist einzig der TOD. Das ist sich der Mensch meistens nicht bewusst. Das tiefsinnige Gerede vom Unbedingten oder Absoluten ist meist leer, wie Schopenhauer richtig bemerkt hat.

Konservative Theologie nennt dieses Unbedingte „Gott" und fragt: Was hat Gott offenbart? Was steht in der Heiligen Schrift? Aber man kann anders herum fragen: Wie sind Menschen dazu gekommen, ihre "Heiligen Schriften" für offenbart (oder vom Himmel herunter gekommen, Koran) zu halten. Offenbart, aber wie? [und was?] Von aussen, durch göttliche Inspiration (Träume, Hallunzinattionen)? Oder von innen durch Einsicht?

Was steht in der Bibel? Menschliches und Allzumenschliches; vieles, was die condition humaine betrifft.

Diese Frage zeigt das Skandalon auf. Wie um Himmels willen kommen Menschen dazu, eine „Heiligen Schrift" (also irgendwelche Geschichten, Mythen) als angebliche göttliche Wahrheiten zu halten und zu verkündigen? Da kann man immer wieder nur staunen und sich wundern. Daraus resultieren dann die Fragen. Die Theologie fragt übrigens nicht, sondern behauptet etwas aus einem angeblichen, angemassten Wissen heraus.

Ich habe immer Mühe, wenn an einem Punkt eines Diskurses (fortschreitende Abhandlung) GOTT wie ein Kaninchen aus dem Zylinder gezaubert und dieser uns als besondere Erkenntnis dargeboten wird, deren Wert bei genauerer Betrachtung gleich Null ist. Das gibt nur ein Gefühl von Bedeutsamkeit, das sich als schal herausstellt. im Endergebnis ist es eine Gedankenkonstruktion, ein Wunschgebilde, ein dem Menschen ähnliches personales überirdisches Wesen.

Konservative (christliche) Theologen fragen nicht, was glauben Muslime, Juden (diesen verdanken wir das Alte Testament), Buddhisten (diese brauchen keinen Gott als Hilfskonstrukt!), Hindus, sondern stellen ihren Glauben als überlegen dar. Die so genannten Dogmatiker bemühen sich um den "rechten" Glauben.

Modernes Wissen über die Natur uns inbesondere die Natur des Menschen spielt eine zentrale Rolle. Die religiösen Vordenker, die Weisen, die Propheten, die Schriftgelehrten, sogar die Dogmatiker der Vergangenheit konnten sehr Vieles nicht wissen und verstehen, was wir heute wissen, z.B. in der Mikrobiologie, Evolution, Psychologie etc.
- Das ist auch der Grund, weshalb man im Gegensatz zu früheren Zeiten Menschen heute, auch wenn er noch so eine bescheidene Bildung hat, unbedarfte Geschichten nicht mehr erzählen kann.

Die religiösen Lehrer, die Mystiker, die Propheten und die Philosophen konnten sich zu ihrer Zeit nicht auf soviel Wissen abstützen, wie wir heute. Zu wesentlichen höheren Einsichtigen gelangten einige von ihnen trotzdem, was eine grosse Leistung ist. Das Wissen dieser Denker ist heute noch bedeutsam, vielleicht nicht in allen Teilen. Ein Epikur hatte nicht die heutigen Kenntnisse der Welt und doch sind seine Anschauungen erstaunlich vernünftig und zeitgemäss.

25.6.10 11:04

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