basic philosophy nach Schopenhauer

Schopenhauer-Einleitung in die Philosophie 4

Fahre fort mit Schopenhauers Einleitungsvorlesung, wobei ich viel Ballast weggelassen habe:

Ebenfalls aus der pythagoraischen ist die eleatische Schule entsprossen, gestiftet von Xenophanes in Elea (Ort in Unteritalien). Die Schule der Eleaten anerkennt nur das ruhende Sein als existent, berücksichtigt sehr das Subjektive, streitet subtil über die Vernunft und die Sinne als Quelle wahrer Erkenntnis, ist aber ganz für die Vernunft. Daher geht sie von Begriffen aus und leitet aus diesen Dinge ab, die der Erfahrung geradezu widerstreiten, z.B. die Unmöglichkeit der Bewegung, bleibt demnach der abstrakten Erkenntnis, dem noumenon treu, im Gegensatz zur Sinnenerkenntnis, dem phainomenon. Hauptvertreter der Eleaten ist Parmenides.
....
Die Eleaten wirkten wieder auf den Sokrates, in welchem sich also die beiden Zweige der alten Philosophie, der ionische und der italische, vereinigen und beitragen, den wunderbaren Mann zu bilden, von dem nachher die mannigfaltigsten Sekten [Philosophenschulen] ausgehen PLATON mit der ganzen Akademie, mittelbar durch diesen ARISTOTELES [sein bedeutendster Schüler und Abweichler, um es mal so zu sagen].

Möge Ihnen je die Musse werden, sich mit dem, was von diesen Denkern der Vorzeit übrig ist, bekannt zu machen [S. Vorsokratiker]: Es ist ein sehr schönes Studium, ao. einflussreich auf die ächte Bildung des Geistes, da man in den Systemen der alten Philosophie gewissermassen lauter natürliche Entwickelungen des menschlichen Denkens findet, einstige Richtungen, die einmal konsequent durchgeführt werden mussten, damit man sähe, was dabei herauskäme.

Auf dem theoret. Weg aber treten zwei gewaltige Geister einander gegenüber: die man als Repräsentanten zweier grosser und durchgreifender entgegengesetzter Geistesrichtungen im Spekulativen ansehen muss: Platon und Aristoteles. Was den Gegensatz am Schärfsten bezeichnet, ist Folgendes: Aristoteles geht der Erkenntnis einzig am Leitfaden des Satzes vom Grund nach [also eigentlich ganz im Sinne Schopenhauers]. Platon hingegen verlässt diese, um die ganz Entgegengesetzte der IDEE [= Spekulation] zu ergreifen.

Verständlich wird es Ihnen sein, wenn ich Ihnen sage: Platon folgt mehr der Erkenntnisweise, aus welcher die Werke der schönen Künste jeder Art hervorgehen: Aristoteles [der Arztsohn war] hingegen war der eigentliche Vater der Wissenschaften. Er stellte sie auf, sonderte ihre Gebiete und wies jeder ihren Weg. In den meisten Wissenschaften ist Aristoteles heute total überholt (ja z.T. lächerlich), hingegen die LOGIK [Lehre von der Richtigkeit von Aussagen] brachte schon Aristoteles zu solcher Vollendung, dass seitdem im Wesentlichen derselben keine grossen Verbesserungen zu machen waren. Aristoteles liebt das Scharfe, Bestimmte, Subtile [Stoff und Form etc.], und hielt sich soviel wie möglich im Feld der Erfahrung. Platon hingegen, der eigentlich in die Natur viel tiefer eindrang [wie Schopenhauer meint], konnte grade in den Hauptsachen keinen scientistischen, sondern nur einen metaphysischen Vortrag seiner Gedanken finden. Grade dieser Vortrag aber scheint dem Aristoteles unzugänglich gewesen zu sein. Bei aller Schärfe ging ihm die [spekulative] Tiefe ab, und es ist verdriesslich zu sehen, wie er das Hauptdogma seines grossen Lehrers, die IDEENLEHRE, mit trivialen Gründen angreift und eben zeigt, dass er den Sinn davon nicht fassen konnte.

[Ich verstehe nicht, wieso Schopi Platon über den grünen Klee lobt. Aristoteles war viele Jahre Platons Schüler und blöd war er auch nicht, viel eher auf dem Boden der Realität. Es hat was mit den schönen Künsten zu tun und der Idealität von Zeit und Raum, was Kant vetritt. Ich denke, dort liegt für Schopi die Rettung der Ideenlehre.]

26.6.10 12:20

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