basic philosophy nach Schopenhauer

Schopenhauer-Einleitung in die Philosophie 5

Gerade die Ideenlehre des Platon blieb zu allen Zeiten bis auf den heutigen Tag ein Gegenstand des Nachdenkens, des Forschens, Zweifelns, der Verehrung, des Spottes, so vieler und so verschieden gesinnter Köpfe im Lauf der Jhdte.: ein Beweis, das sie wichtigen Inhalt und zugleich grosse Dunkelheit hatte. - Da Schopi Platon lobt habe ich mir das TB "Platon" von Michael Bordt am Bahnhof gekauft.

Die Ideenlehre ist die Hauptsache in der ganzen platonischen Philosophie [werde sie vlt. kurz behandeln]. Schopenhauer meint, dass der eigentliche Sinn der Ideenlehre [die man verschieden interpretieren kann] ganz übereinstimmt mit der Hauptlehre Kants, der Lehre von der Idealität des Raumes und der Zeit [den beiden Grundanschauungsformen des Menschen, die im Subjekt liegen]. Allein, bei aller Identität des Inhalts dieser beiden grossen Hauptlehren der der zwei grössten Philosophen [Platon und Kant], die es wahrscheinlich je gegeben hat, ist der Gedankengang, der Vortrag, die individuelle Sinnesart beider so grundverschieden, dass vor mir [Sch.] Niemand die Identität des innern [verborgenen] Sinns beider Lehren eingesehen hat. Vielmehr suchte man auf ganz anderen Wegen Beziehungen, Einheitspunkte zwischen zwischen Platon und Kant, hielt sich aber an die Worte, statt in den Sinn und Geist zu dringen. Die Erkenntnis dieser Identität ist von grösster Wichtigkeit ..., so dass die Philosophie des einen der beste Kommentar zur Philosophie des andern ist. Den Gegensatz aber, der sich so entschieden und deutlich zwischen Platon und Aristoteles aussprach, sehen wir nachher im düsteren Mittelalter wieder auftreten, im sonderbaren Streit zwischen Realisten und Nominalisten. [Dabei sind die Realisten eben nicht Realisten im heutigen Sinn, weil sie abstrakte Begriffe oder Gattungsbegriffe für selbständige "geistige" Dinge (lat. res) ansehen, im Gegensatz zu den Nominalisten, welche die Begriffe nur als Namen, Bezeichnungen für etwas ansehen. Der ganze Streit hat natürlich mit Glaubensdingen zu tun (Näheres S. wikipedia). Hier zeigt sich wieder der Gegensatz zwischen Realismus und Idelismus (thread-thema).

In den Dialogen des Platon, wo er in der Person des Sokrates spricht, will er zu keinem entschiedenen Resultat leiten, sondern nachdem er die Probleme lange hin und her gewendet, von allen Seiten betrachtet, alle Data zu ihrer Auflösung vorgeführt hat, will er die Auflösung, die Entscheidung dem Leser überlassen. Bei Platon könne man das Philosophieren lernen, sagt Schopi. Platon ist die wahre Schule, an ihm entwickeln sich philosophische Kräfte, wo sie vorhanden sind, am allerbesten. Daher hat jeder gewesene und und wird jeder künftige Philosoph dem Platon unendlich viel zu danken haben: Seine Schriften sind die wahre Denkschule, jede philosophische Saite des Gemüts wird angeregt und doch nicht durch aufgedrungene Dogmen wieder in Ruhestand versetzt, sondern ihr Tätigkeit und Freiheit gegeben und gelassen. Wer daher von Ihnen philosophische Neigung in sich spürt, der lese anhaltend den Platon: er wird nicht etwa gleich aus ihm ganz fertige Weisheiten zum Aufspeichern nach Hause tragen, aber er wird denken lernen und zugleich disputieren lernen: Dialektik. Er wird die Nachwirkung eines aufmerksamen Studiums des Platon in seinem ganzen Geiste spüren.

30.6.10 17:15

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