basic philosophy nach Schopenhauer

Schopenhauer-Einleitung in die Philosophie 6

Fahre fort mit Schopenhauers Vorlesung (ca. eine A4 Seite): 

Von den übrigen Sekten, die aus Sokrates' Schule entsprangen zu reden, würde zu weit führen. Schopenhauer erwähnt die Akademiker (Platon), Peripatetiker (Aristoteles), Megariker (Euklid von Megara), Hedoniker (Geniesser, Epikur?), Cyniker (Diogenes), Stoiker, Skeptiker.

Nach diesen, von Sokrates ausgegangen Philosophen finden sich keine originellen, ursprünglichen Denker mehr: An den von ihnen ausgegangenen Lehren, Ansichten, Methoden musste die ganze Nachwelt fast zwei Jahrtausende hindurch zehren; nach Abirrungen immer wieder auf dieselben Wege zurückkommen, in der Römerwelt das von jenen Griechen gelernte mannigfaltig hin- und herwenden, annehmen und darüber streiten, so dass wir die grössten Männer des röm. Reiches sich Peripatetiker, Stoiker .... Epikuräer nennen sehen: Mark Aurel, Cicero, Seneca, Lukrez [Bspe. von mir]. Das gleiche wiederholte sich dann in der Renaissance. Dort nannten sich manche sogar Pythagoreer oder Eleaten.

Dann musst die Lehre Platons zu Alexandrien als Neuplatonismus ein wunderliches Gemisch religiöser Dogmen und platonischer Lehren hervorbringen [Plotin]. Dann gab später Platon den Kirchenvätern Nahrung, die von ihm nahmen, was ihnen passte, z.B. die Ideenlehre.

Sodann kam die lange Nacht des Mittelalters, in der kein andres Licht leuchtete als ein schwacher Wiederschein von dem des Aristoteles bis im 14./15. Jh. die Wiederherstellung der Wissenschaften eintrat im Laufe der Renaissance [Ich habe hier ziemlich verkürzt].

Mit dem Eintritt des Christentums musste, wie die Weltgeschichte, so auch die Philosophie eine ganz andere Gestalt annehmen, letztere eine sehr traurige, da ein staatlich gestütztes Dogma das Feld einnahm, auf welchem die Philosophie sich allein bewegte. Alles freie Forschen (Denken) musste notwendig aufhören. Die Kirchenväter benutzten inzwischen aus der Philosophie der Alten, was eben zu ihren Glaubens-Lehren brauchbar war und passte: Das Übrige verdammten sie und sahen mit Abscheu auf das "blinde Heidentum".

Im eigentlichen Mittelalter, wo die Kirche ihren höchsten Gipfel [an Einfluss] erreichte, sank die Philosophie am tiefsten, wurde ein Zerrbild ihrer selbst, zum Gespenst, das bloss Form ohne Substanz war, wurde zur Scholastik. Diese gab nie vor, etwas anderes (sein) zu wollen, als die Dienerin, Magd (ancilla theologiae) der Theologie. Die leiseste Abweichung (eines Gelehrten) vom Kirchenglauben galt als todeswürdiges Verbrechen. Das Kirchendogma war so stark, dass es die Fähigkeit des Denken lähmte und Jeder, selbst der Gelehrte, die hyperphysischen Dinge, die der Glaube lehrte, für wenigstens so real hielt, als die Aussenwelt, die er sah, und wirklich nie dahin kam, nur zu merken, dass die Welt ein ungelöstes Rätsel ist [S. Welträtsel von Ernst Haeckel], sondern die früh aufgedrungenen Dogmen galten ihm wie faktische Wahrheit, an der zu zweifeln Wahnsinn wäre. So konnte, vor dem lauten von allen Seiten tönenden Ruf des Glaubens, gar Keiner nur zu so viel Besinnung kommen, dass er sich einmal ernstlich und ehrlich fragte: wer bin ich? was ist diese Welt? die auf mich gekommen ist, wie ein Traum, dessen Anfang ich mir nicht bewusst bin. - Wie soll aber, wer noch nicht einmal das Rätsel vernehmen kann, die Lösung finden?

An Nachforschungen der Natur war auch nicht zu denken: dergleichen brachte in den Verdacht der Zauberei. Die Geschichte schwieg: die Alten [antiken Philosophen] waren meist unzugänglich; ihr Studium brachte Gefahr. Aristoteles, in ganz schlechten und verdrehten saracenischen [aus dem arabischen ins Latein] Übersetzungen wurde gelesen und als übermenschlich verehrt, eben weil man ihn gar nicht verstand. Und doch lebten auch damals, eben unter den Scholastikern Leute von Geist und grosser Denkkraft. ...Schopi erwähnt nur den Spätscholastiker Suarez. [Der bedeutendste Scholastiker ist Thomas von Aquin (auch wenn er z.T. Mist erzählte); er ist bis heute DER Philosoph der kath. Kirche. Originelle scholastische Denker sind Wilhelm von Ockham und Joh. Duns Scotus.]

1.7.10 16:28

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