basic philosophy nach Schopenhauer

Schopenhauer - Einleitung in die Philosophie 10

Schopenhauers Einleitungsvorlesung (Schluss, werde aber sonst noch spannende Themen bringen)

Also, dass wir das Ding nicht, wie es an sich ist, erkennen, sondern nur Erscheinungen, die wir in je unsere Vorstellungen umwandeln, ist Kants grosse Entdeckung, meint Schopenhauer. Nun his masters voice weiter:

Kant führte bei dieser Gelegenheit die Philosophie so sehr von der Aussenwelt in die Innenwelt zurück, warf ein so helles Licht in das Subjekt des Erkennens, zeigte eine so grosse Bedeutsamkeit des Subjekts im Verhältnis zu allem möglichen Objekt, dass sich der Philosophie ein ganz neuer Weg, eine neue Sphäre eröffnete, die bis dahin unbekannt war, ja die Kant selbst noch nicht erblickte, weil seine Kräfte, so ausserordentlich sie auch waren, durch das, was er geleistet, ihr Mass erfüllt hatten, so dass er, weil er nicht zum zweiten Mal jung werden und einen neuen Anlauf nehmen, zwar die Menschheit um ein Grosses weiter brachte, jedoch auf einem Punkt, auf welchem sie nicht auch nur einige Jahre hindurch still stehen konnte, sondern sogleich das Bedürfnis fühlte, weiter zu gehen, den ersten besten, die sich darboten, sich als ihren Führern anvertraute (sie als grosse Propheten ausschreiend, aber das Geschrei auch wieder verhallen liesse) und die sonderbare Periode zahlloser Ausgeburten, ephemerischer [schemenhaft], z.T. monströser Erscheinungen erlebte [wie den Scharlatan Hegel], welche die Geschichte der letzten 30 Jahre ausmachen. Dies Alles beweist, dass Kant nichts weniger leistete, als was er vermeinte, eine endliche Entscheidung aller metaphysischen Streitigkeiten und einen endlichen Ruhepunkt der Philosophie, sondern ganz im Gegenteil eröffnete er eine neue Bahn, die so einladend war, dass Unzählige sie betraten, ohne das einer mit dauerndem Glück und sichtbarem Gewinn sie gegangen wäre [ausser natürlich Schopenhauer selber].

Wie wichtig, wie inhaltsreich Kants Schriften sein müssen, ist dem angeführten zu entnehmen: daher ich Jedem das Studium derselben empfehle [wer hat die KrV schon mal durch-gelesen, Schopi hat sie in versch. Lebensaltern studiert]. Wer es ernstlich treibt und fähig ist einzudringen, wird einen ganz anderen Blick in die Welt erlangen; die Dinge in anderem Licht sehen, er wird sich und der Dinge mit mehr Besonnenheit bewusst sein und merken, dass die Erscheinungen nicht das Ding an sich ist.

Wer die Schriften Kants studiert hat, wird mich (Schopi) viel leichter verstehen. Ich setze die Kantsche Philosophie aber nicht voraus, vielmehr werde ich die Hauptlehren derselben am geg. Ort ausführlich darstellen. Viele Lehren Kants habe ich als unrichtig befunden und in einer Kritik seiner Philosophie [in Welt als Wille und Vorstellung] dargetan.
Kants Hauptlehren, welche ich beibehalte, sind gerade die einfachsten [z.B. Ding an sich] …

Nun aber wieder, um Kant ganz und gar zu verstehen ist es von grossem Nutzen, ja notwendig, seine Vorgänger zu kennen, einerseits Leibnitz und Wolf, andererseits Locke und Hume [Letzterer hat Kant gem. eigenem Bekunden aus dem dogmatischen Schlummer geweckt]
Erst nachdem man durch Kant auf einen viel höheren Standpunkt gestellt, nun mit Superiorität gerüstet, zu diesen Lehrern des vor-vorigen Jh. zurückkehrt, sieht man, wo sie eigentliche fehlten [fehlerhaft waren], ist erstaunt, wie sie so grosse Dinge, so starke Unterschiede übersehen konnten, und indem man von ihnen lernt, wo die Fehlstritte waren, versteht man den Kant viel besser als vorher und ermisst die Grösse seines Verdienst [der Blick geht also hin und her]

Einen ganz ähnlichen Nutzen gewährt nun durchgehend das Studium der Geschichte der Philosophie. Es ist eine Geschichte von Irrtümern, aber sie sind überall mit Wahrheit vermischt, und diese Wahrheiten lernt man vollständiger und gründlicher kennen, nachdem man sich daran geübt hat, die Irrtümer auszusondern.
Schopenhauer kann diese Geschichte nicht vortragen, sondern muss die Resultate seines Studiums, seinen Standpunkt vortragen. - Fertig
Werde noch einen interessanten Philosophen vorstellen, auf den ich zufällig gestossen bin, der Kant und Schopenhauer quasi vereinigt und in Sachen Atheismus eine ganz eigene interessante Sichtweise gibt. Die nächsten zwei Wochen seid ihr verschont von meinen Posts da ich in den Ferien bin.

21.7.10 17:29

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